Eine Überdosis Viagra schadet der Manneskraft
Das waren im wahrsten Sinne des Wortes „harte“ Zeiten für Tom Kaulitz von „Tokio Hotel“. Der Musiker hatte laut einem Bericht der Bild-Zeitung zu viele Viagra-Pillen geschluckt, um ein paar Mädchen glücklich zu machen. Zwei Tage lang soll die Wirkung des Potenzmittels angehalten haben, inklusive Sehstörungen und Kopfschmerzen. Denn ganz so harmlos ist eine Dauer-Erektion nicht. Ein Priapismus führt im schlimmsten Fall zum Verlust der Manneskraft, weil das Penisgewebe zerstört wird, kann aber auch Atemnot und Herzrasen bis hin zum Infarkt hervorrufen. Experten warnen daher vor der unbedachten Einnahme der Tabletten.
Kaum abschätzbar sind die Risiken, wenn das Potenzmittel online bestellt wird. Professor Christian Wülfing, Chefarzt der Abteilung für Urologie der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona, erklärte gegenüber der Zeitung, dass schätzungsweise 44 Prozent der im Internet angebotenen Viagra-Tabletten falsch dosiert sind oder nicht einmal den richtigen Wirkstoff enthalten. Auf Nummer sicher geht man nur mit Produkten aus einer deutschen Apotheke. Die Gefahren, die von gefälschten Arzneimitteln ausgehen, reichen bis zum Tod.
Darüber sollten sich auch Jugendliche Gedanken machen. Einige mixen Viagra mit Drogen zu einem eher zweifelhaften Cocktail. Sie hoffen darauf, dass die Wirkung der Drogen – ein eher schlaffer kleiner Freund – durch das Potenzmittel ausgeglichen wird und sie wieder ihren Mann stehen können. Dass sich Viagra bereits als Partydroge etabliert hätte, davon ist in Fachkreisen noch nichts bekannt. Riskant ist es allemal. Denn selbst wenn die blauen Pillen ganz normal verschrieben werden, müssen Patienten damit rechnen, dass sie Kopfschmerzen oder Hitzewallungen bekommen.
