Schüler kennen sich bestens mit Sexualpraktiken aus
Vergessen wir doch einfach mal die Pisa-Studie und das miserable Abschneiden der deutschen Schüler. Denn in Sachen Sex sind sie „Weltmeister“ – zumindest, was das Wissen um Sexualität und Sexualpraktiken angeht. Das ist das Ergebnis einer vom Kondom-Hersteller Durex in 26 Ländern durchgeführten Studie. 26.000 Jugendliche standen dafür Rede und Antwort.
Die Grundlagen wurden den Schülern weitgehend im Sexualkundeunterricht vermittelt. So wissen immerhin 75 Prozent, welche Möglichkeiten es gibt, sich gegen Geschlechtskrankheiten zu schützen, und 66 Prozent, wie eine Schwangerschaft vermieden wird. Auch Dildo, Analsex und Blasen sind für die Jugend von heute keine Fremdworte mehr. Aber, und hier setzt die Kritik an: Der eigene Körper ist vielen fremd, zudem sind die meisten Jugendlichen verklemmt und weisen laut Gisela Gille, Vorsitzende der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau e.V., „erhebliche emotionale Schwächen“ auf.
Sobald die Jungen und Mädchen über sich selbst reden sollen, kämen sie ins Stottern. Dabei hat bereits jeder Dritte Elf- und Zwölfjährige Pornos gesehen. Bei den 17-Jährigen liegt die Quote bei 75 Prozent. Sogar Grundschüler tauschen auf dem Schulhof Handyvideos mit pornographischem Inhalt aus. Geht es hingegen um das eigene Geschlecht, überwiege die Scham. Gisela Gille fordert daher einen getrennten Sexualkundeunterricht für Jungen und Mädchen und neuen Lehrstoff. Aids sei zwar bekannt, von anderen Krankheiten wie Chlamydien haben die meisten hingegen noch nie etwas gehört. Daher sei es wichtig, dass die Lehrer durch Mitarbeiter von Sexualberatungsstellen unterstützt werden. Mit ihnen würden die Jugendlichen eher sprechen, auch über ganz persönliche Dinge, als mit dem Lehrer.
