Sexspielzeug – in Bahrain ein heikles Geschäft
Chadischa Ahmed ist 32, Mutter von drei Kinder und Geschäftsfrau. Sie besitzt einen kleinen Laden und verkauft Dildos, Penisringe, Gleitgel und Dessous. Das wäre soweit nicht ungewöhnlich, wenn die junge Frau kein Kopftuch tragen und das Sexspielzeug außerhalb von Bahrain anbieten würde. Denn in dem islamischen Land bewegt sie sich mit ihrer Geschäftsidee auf sehr dünnem Eis. Eine Nacht saß sie schon im Gefängnis und wartet jetzt auf das Urteil. Sie hatte sich mit einem Zollbeamten angelegt, der die Ware als verboten einstufte und konfiszierte. Es war nicht das erste Mal, dass die 32-Jährige Ärger mit den Behörden bekam.
Dabei verfolgt sie ein ganz einfaches Ziel: „Mehr Aufregung in die Ehe zu bringen und dadurch Untreue zu verhindern. Ich rette damit Ehen. Dagegen kann keiner etwas haben.“ Die Produkte, die sie im „Khadija Fashion House“ verkauft, entsprächen alle den Vorschriften des Islam, betont die resolute Geschäftsfrau. Ob Vibrator oder Lederslip, das gesamte Sortiment richte sich ausschließlich an verheiratete Paare. Denn sexuelle Handlungen außerhalb der Ehe sind in dem Inselstaat streng verboten, ebenso freizügige Bekleidung. Die 32-Jährige erhält jetzt kräftigen Rückenwind aus der Bevölkerung. Wie die „Gulf Daily News“ berichten, zeigen sich immer mehr Männer und Frauen in Bahrain solidarisch mit der Sex-Shop-Besitzerin. „Sie rufen an und sprechen mir Mut zu“, wird sie zitiert. Bleibt abzuwarten, was die Richter zum Sexspielzeug sagen.
