Die meisten Dildos sind made in China
Juli 12, 2010 by Andre
Filed under Sexspielzeuge, Statistik
Sexspielzeug soll Spaß machen. Da ist es erst einmal völlig egal, wo der Vibrator oder der Penisring herkommen, solange das Material hochwertig ist, sich gut anfühlt und viele Stunden Ekstase garantiert. Schaut man allerdings etwas genauer hin und zieht die Im- und Export-Daten zu Rate, zeigt sich: Es ist das prüde China, das für mehr Lust in den Betten dieser Welt sorgt. 70 Prozent der Sexspielzeuge kommen aus dem Reich der Mitte. Sie gehören damit zu den absoluten Exportschlagern des Landes.
Wie wichtig China inzwischen für die Branche ist, zeigt ausgerechnet die gerade beendete Fußball-Weltmeisterschaft. Die weltweit größte Kondom-Fabrik in Südchina – Guangxi-Guilin Latex – war offizieller Lieferant für die WM. 60 Millionen Präservative mit dem hübschen Namen „Choice“ wurden nach Südafrika geschickt. Ein durchaus lukrativer Auftrag, der die Rolle Chinas in Sachen Sexspielzeug unterstreicht. 2,8 Milliarden Dollar wurden 2008 nur mit dem Export von Spielsachen für große Jungs und Mädchen verdient. Im vergangenen Jahr brach der Absatz zwar auf 2,1 Milliarden Dollar ein, es geht aber wieder aufwärts.
Denn die Nachfrage nach Dildos, Liebespuppen und Fetischbedarf aller Art ist ungebrochen, vor allem in den USA und Europa. Das Problem ist der Preis. Von den zehn Dollar, die der Kunde für einen Vibrator bezahlt, bleibt dem Hersteller ein Dollar. Deshalb versuchen die Unternehmen jetzt, ihre Produkte vermehrt in China zu vertreiben. Seit 1993 der erste Sexshop in Peking eröffnet, ging ein Ruck durchs Land. Aktuell gibt es rund 200.000 dieser „Läden für Erwachsene“. Sie müssen nur vorsichtig sein: Sex als Pornografie darzustellen, ist strikt verboten. Am Interesse an den Artikeln ändert das nichts. Das beweist der Jahresumsatz von 1,3 Milliarden Euro.
